Theater

Das Theater

Das Figurentheater Grashüpfer ist eine kleine intime Spielstätte mitten im Treptower Park und öffnete erstmals im Juni 1997 seine Türen für Besucher. Ein fester Stamm von professionellen, freien Puppenspielbühnen aus Berlin und ganz Deutschland bestimmen das Repertoire des Figurentheaters.
Ob traditionelles Handpuppenspiel in der Guckkastenbühne, freie Animation von Objekten, kunstvolles Marionetten- oder Schattenpuppentheater oder offenes Spiel- und Mitspielpuppentheater, alle künstlerischen Formen des Genres werden hier gepflegt und dargeboten.

Dem Zauber des Puppenspiels zu erliegen ist an kein Alter gebunden; auf dem Spielplan stehen Inszenierungen für die ganze Familie, für die Kleinsten so wie auch für Schulkinder. Ein Geheimtipp sind die monatlichen Abendvorstellungen, die sich an Jugendliche und Erwachsene richten.
Als Besoderheit bietet das Theater im Anschluss an Familienvorstellungen, die Möglichkeit der gestalterischen Nachbereitung der erlebten Vorführungen, Bastelbegeisterte kommen bei den thematischen Familiennachmittagen ganz auf ihre Kosten.
Beim regelmäßigen Märchenabend am Feuer in der stimmungsvollen Pfadfinder-Jurte entführen die unterschiedlichsten MärchenerzählerInnen die Besucher ausschließlich mit Worten in alte Zeiten, ferne Länder und Fantasiereiche.
Einen besonderen Höhepunkt stellt jedoch das alljährliche Figurentheater-Festival dar.

Geschichte

Begonnen hat die Geschichte des Figurentheaters Grashüpfer, als sich im Jahre 1984 in einem Hinterhaus in der Dolziger Straße im Friedrichshain eine kleine Gruppe junger Menschen, begeistert vom Puppenspiel zusammenfand, um in der Freizeit mit viel Einfallsreichtum und Engagement Stücke für Vorschulkinder einzustudieren. Initiiert hatte dies alles Sigrid Schubert, Mutter zweier Mädchen, von Hause aus Informatikerin. Der Erfolg der kleinen Truppe kam schnell: Teilnahme am UNIMA-Kongreß in Dresden, der „Olympiade“ der Puppenspieler, am Festival in Chrudim bei Prag und die Goldmedaille bei den Arbeiterfestspielen in Gera.

Nach der „Wende“ war die Welt größer geworden und die jungen Leute hatten kaum mehr Zeit für Puppentheaterspiel in ihrer freien Zeit. Sigrid Schubert gab nicht auf, sondern öffnete den Probenraum nun als Auftrittsort für professionelle mobile Puppenbühnen. Sie studierte die neuen Förderbedingungen für so ein kleinkünstlerisches Unternehmen. Neue Ideen, Eigeninitiative und Professionalisierung waren angesagt. Ein Förderverein wurde gegründet. Der Neuanfang gelang zunächst unter dem schützenden Dach von „Förderband e.V.“, einer kulturorientierten Beschäftigungsgesellschaft, und später des Vereins „offensiv’91“.

Die kleine Hinterhofspielstätte im Friedrichshain musste aufgegeben werden. Sie hatte zwar Charme, war aber eng und die Nähe zu den Bewohnern manchmal zu groß. Der private Vermieter machte das Arbeiten schwer. 
Das Figurentheater Grashüpfer war 1997 auf der Suche nach einem neuen Domizil. Das Angebot des Bezirksamtes Treptow zur Nutzung des kleinen Pavillons im Treptower Park war ein Glücksfall. Weitestgehend mit eigener Kraft entstand ein kleiner Theatersaal mit 60 Plätzen.
Seit dem 1. Juni 1997, als wir zum ersten Mal die Pforten dieses Hauses öffneten, fanden jährlich bis zu 16.000 Besucher den Weg in unsere Räume. Etwa 300 Vorstellungen an den 25 Stücken finden pro Jahr statt, dargeboten von fast 20 Gast-Ensembles und Solo-Künstlern.

Übrigens: Die grüne Spielerkleidung der Amateurpuppenspielgruppe war nahmensgebend: 
„Da kommen die Grashüpfer!“ riefen die Kinder, das fanden wir gut und behielten es bei.

 

Sigrid Schubert
, Gründerin und künstlerische Leitung Figurentheater Grashüpfer bis 2017

Für Sigrid Schubert war und ist noch das kleine Theater stets ein Stück Lebenspassion.
 Nebenberuflich begann sie schon Anfang der 70er Jahre mit dem Gestalten von Theaterfiguren. Sie belegte verschiedene Lehrgänge und baute eine semiprofessionelle Puppenspielgruppe
mit jungen Menschen auf – die „Grashüpfer“ in Berlin Friedrichshain, Gründungsjahr 1984.
 Sigrid Schubert verfügte über ein unterschiedliches Repertoire als Puppentheatersolistin. Ihre Inzsenierungen konnte man als „Puppentheater Laura Grashüpfer“ nicht nur im Treptower Park erleben.
 Sie schrieb Stücke und führte Regie, war Vorsitzende des Kulturausschusses der Treptower BVV, wurde vom Paritätischen Wohlfahrtsverband für ihre Verdienste um die Förderung freier Träger geehrt erhielt die Bürgermedaille des Bezirkes Treptow-Köpenick.

Das Theaterhaus Grashüpfer liegt seit der Spielzeit 2017/18 in „jungen Händen“. Caroline Gutheil steuert nun das Schiff mit viel Geschick und Energie.
 Ihrer Passion als Märchenerzählerin frönt Sigrid Schubert jedoch noch weiterhin, hauptsächlich am Feuer in der Jurte im Theaterhof und meist zusammen mit anderen Künstler*innen.